Wieso bloggt ein Blogger? Kritische Reflexion ist angesagt!
Ein Mensch lebt nur etwa 28000 Tage. Das sollte man sich jeden Tag vor Augen halten. Somit wird schnell klar, dass man die Zeit hier auf der Erde sinnvoll nutzen sollte. Natürlich hält jeder Mensch andere Dinge für sinnvoll. Wäre das nicht so, würden wir alle in den gleichen Dingen die große Erkenntnis suchen; was ziemlich eintönig wäre.
Ich persönlich halte es für wichtig, Erfahrungen zu sammeln, glücklich zu sein und sich persönlich weiterzuentwickeln.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wie erreiche ich das?
Eine wirklich schwere Frage; dennoch die praktisch wichtigste meines Lebens. Jeder Mensch wird sich früher oder später mit der Frage befassen müssen.
Was sind die Ziele in meinem Leben?
Wieso verfolge ich diese Ziele?
Was erwarte ich mir davon?
Und wie gelange ich dort hin?
Nun zu eigentlichen Frage:
Wieso bloggt ein Blogger?
Das kann mehrere Gründe haben, über die man sich als Blogger Gedanken machen sollte. Wie bereits angedeutet ist Zeit das wertvollste Gut der Welt. Niemand wird mir widersprechen, wenn ich behaupte, dass Bloggen Zeit benötigt; manchmal mehr, manchmal weniger. Jetzt will ich natürlich aus der verbrauchten Zeit auch einen angemessenen Profit erzielen (um es einmal etwas wirtschaftlicher zu formulieren).
Entgegen meiner früheren Erwartungen ist jedoch Geld nicht der einzig erstrebenswerte Gewinn aus Blog-Tätigkeiten. Aktives Bloggen kann einem Blogger eine Vielzahl an befriedigenden Dingen bescheren:
Spaß am Schreiben und Wissen vermitteln
Ja es gibt sie wirklich! Menschen, die sich gerne mit bestimmten Themen befassen, darüber gerne ausschweifende Texte verfassen und ihr persönliches Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben. Die Belohnung erhalten sie einerseits in Form von immer besseren literarischen und journalistischen Fähigkeiten, andererseits durch immer positivere und motivierendere Kommentare ihrer Leser.
(Durch meine Blog-Tätigkeiten und dem Lesen zahlreicher Internet-Inhalte wurde ich damals in der Schule zu einem der besten im Fach Deutsch. Das Verfassen anregender gut formulierter Texte ist eine Gabe, die in verschiedenen Bereichen des Lebens gerne gesehen wird. In der Schule, Uni, der Arbeit.)
Vielleicht schreibst du ja bald dein erstes Buch oder beginnst als Journalist bei einer Zeitung. Schon haben dir deine Blog-Tätigkeiten weitergeholfen.
Freie Meinungsäußerung
Als Blogger kannst du deine persönliche Meinung frei zum Ausdruck bringen, ohne dir von irgendwem etwas sagen lassen zu müssen. Keine Zensur, gar nichts! In dieser Hinsicht bist du also praktisch uneingeschränkter als ein Journalist einer Zeitung. Auch ein gutes Gefühl und ein Grund zu bloggen.
Spaß am Konkurrenzkampf
Ein weiterer Grund kann das Austesten von eigenen Fähigkeiten und der direkte Vergleich mit anderen Bloggern sein. Vielleicht gibt es dir ja einen besonderen Kick zum bekanntesten und best besuchtesten Blogger im deutschsprachigen Raum zu werden.
Geld verdienen
Ja auch Geld kann man mit Blogs verdienen :)
Die große Preisfrage kommt aber nun zum Schluss:
Ist bloggen wirklich die beste Maßnahme um meine angestrebten Ziele zu erreichen?
Jetzt ist es an der Zeit ganz tief in sich zu gehen und komplett ehrlich zu sich selbst zu sein.
Nehmen wir an, du bloggst, aus Spaß am Konkurrenzkampf. Du willst einfach der beste sein und es allen zeigen (was übrigens meines Erachtens von niedrigem Selbstbewusstsein zeugt. Ich mache Dinge, nicht um anderen etwas zu beweisen, sondern um mir etwas zu beweisen). Wäre es in diesem Fall nicht interessanter einen Kampfsport auszuüben, Schach zu spielen, etc.?
Wenn du deinen Blog betreibst um Geld zu verdienen, hast du sicher auch nicht die beste Wahl getroffen. Kaum ein Blogger im deutschsprachigen Raum kann sich durch reines Bloggen seinen Lebensunterhalt finanzieren. Bei erfolgreichen Suchmaschinenoptimierern oder Besitzern größerer Web 2.0 Projekte sieht die Welt schon ganz anders aus. Die verdienen sich ein goldenes Näschen. Wenn Geld verdienen also dein einziger Antrieb ist, empfehle ich andere Herangehensweisen.
Fazit: Überlege dir genau, wieso du eigentlich bloggst (bloggen des bloggens wegen halte ich für einen sehr schlechten Grund) und ob es wirklich das ist, was du dir schon immer erträumt hast. Sollte es das nicht sein, ändere etwas!
Da dieses Thema sehr komplex ist und ich gerade selber etwas den Überblick über meine Gedanken verloren habe, beende ich den Beitrag hier und hoffe auf zahlreiche Kommentare. Ich hoffe ich konnte dir meine Einstellungen und Gedanken halbwegs verständlich übermitteln.
Ich habe bewusst versucht, nicht so in die Philosophie “abzurutschen”, da dies sicherlich nicht die geeignete Plattform dafür ist.
Sagt mir in euren Kommentaren bitte auch, wieso ihr persönlich bloggt!
Google schlägt zurück! SEO vor dem aus? Eine philosophisch angehauchte Abrechnung…
Das jüngste Pagerank-Update hat einen wahren Schock in der Webmasterwelt hinterlassen. Einerseits wurden zahlreiche Websites deutlich herabgestuft, andererseits wird sich der Pr-Verlust wohl auch baldigst an einer schlechteren Platzierung und somit weniger Traffic bemerkbar machen.
Doch das ist noch längst nicht alles. Auch Websites, die – mehr oder weniger eindeutig – bezahlte Textlinks verkaufen, mussten nach Spekulation einiger SEO’s mit Einbußen rechnen. Damit hatte vor einem Jahr noch niemand gerechnet. Nun ist es also praktisch amtlich: Ausgehende Links können schädlich sein! Google hätte natürlich auch die Käufer der Textlinks abstrafen können (evtl. sowieso geschehen), durch die Bestrafung der Verkäufer erstickt man die Sache jedoch effizient im Keim. Wohlgemerkt zählen nämlich auch äußerst bekannte und große Seiten zu Linkverkäufern, teilweise sogar über linklift und co.
Der Linkverkauf, wie er heute z.B. bei TLA oder linklift existiert, wird in wenigen Monaten komplett neu gestaltet werden müssen. Links müssen dann in die Texte integriert werden um möglichst als natürlicher Link getarnt zu bleiben. Also nichts mehr mit kleinen Linkansammlungen in der Sidebar oder im Footer – der Spaß dürfte bald vorbei sein. Für den klassischen Linktausch gilt natürlich ähnliches.
Wenn man ganz ehrlich ist, sind die Vorgänge von Google mehr als verständlich und zu begrüßen. Die oberste Maxime einer guten Suchmaschine sind natürlich gute Ergebnis-Seiten. Google will den Usern zu ihren eingetippten Suchbegriffen möglichst qualitative Seiten präsentieren. Wenn ich als User bei Google “Kredit” eingebe und die ersten drei Seiten sind voll mit schlecht designten inhaltslosen Projekten von SEO’s, die einzig und alleine dazu existieren, den Usern über ein Formular einen Kreditantrag reinzudrücken, dann kann nicht alles perfekt laufen. Angemerkt dazu sei, dass sicherlich bessere Beispiele als der Begriff “Kredit” existieren und Google in der Vergangenheit bereits riesige Fortschritte gegangen ist. Die Suchergebnisse von heute sind deutlich schwerer zu manipulieren als noch vor 5-10 Jahren.
Google will also jegliche absichtliche Eingriffe in die Rankings der Suchergebnisse tunlichst unterbinden. Dazu gehören ohne Zweifel jegliche SEO-Bemühungen die über eine Onpage-Optimierung hinausgehen.
Was sagt ein hoher Pagerank, Linktausch/-kauf bis zum Abwinken schon über die Qualität einer Seite und die Relevanz für Besucher aus? Nichts! Außer, dass der Webmaster viel Zeit und Geld in Links investiert hat, die er besser in den Aufbau einer interessanten Seite hätte stecken sollen.
Erst jetzt fällt es mir wie Schuppen aus den Augen, wie manipulativ alleine die Idee des Linktausch schon ist. Jeder setzt einen Link auf eine Seite des anderen, schon ist beiden geholfen. Nur Google und den Suchenden keinesfalls.
Ich will damit keinesfalls Seo’s komplett in den Dreck ziehen! Meine Gedanken sind ohne Zweifel gerade von einer gewissen Doppelmoral geprägt. Einerseits erkenne ich heute wie grotesk und manipulativ Suchmaschinenoptimierung ist, andererseits hat es eine gewisse Faszination (außerdem profitiere ich ja ohne Zweifel davon).
Was ich jedoch schon sagen will:
Wenn Seo’s jetzt bald heulend zu hause sitzen und sich wundern, warum ihre Seite mit ach so vielen (künstlichen) Backlinks, ins Nirvana verschwunden ist, dann werde ich kein Mitleid zeigen.
So sieht für mich die Zukunft aus! Wer nach oben will muss wirklich gute Inhalte auf seiner Seite bieten. Eine Seite, die den Besucher fesselt und die gesuchte Information liefert, wird gerne freiwillig (!) verlinkt und Google wird sie ohne Probleme nach oben tragen. Das hat die Vergangenheit ja schon seit langer Zeit gezeigt (Wikipedia, um nur ein Beispiel zu nennen).
Hier ein paar alte Artikel von mir die bereits andeuten, was jetzt sichtbar wurde:
SEO KURS 21: Natürliches Ranking – wer zuerst da ist, rankt zuerst
Onpage-Optimierung muss genügen
SEO oder die zunehmende Ahnungslosigkeit vieler Webmaster
Zum Schluss noch eine kleine Verschwörungstheorie, um wirklich alle in meinem Kopf herumschwirrenden Gedanken in Text zu verwandeln:
Ich behaupte, dass Google bald nicht mehr eingehende Links als wichtigstes Kriterium für gutes Ranking ansieht, sondern einen Mix aus User-basiertem Bewertungssystem (Google wird also praktisch eine Web 2.0 Suchmaschine) und dem Faktor ob der Besucher auf der Seite verweilt ist oder sich gleich zu den Suchergebnissen zurückgeklickt hat, etc. etc.
Tauscht man also bald Bewertungen aus? Ich bewerte deine Seite gut, du dafür meine.
Oder werden Bots programmiert, die automatisch Bewertungen abgeben? Sozusagen Spam!
Außerdem bin ich der Meinung, dass Google-Mitarbeiter gewisse Seiten kontrollieren und bei “Nichtgefallen” (kein Nutzen für den User / unpassend für diesen Begriff) händisch abstrafen.
Es geht also eher wieder in Richtung Mensch, weg von Maschine.
Wahrscheinlich war letztere einfach zu leicht zu manipulieren.
Aber ganz ehrlich: Ist das nicht der Mensch auch?
Wo warst du so lange Julian?
Wieso ich so lange nichts geschrieben habe:
Nach gut zwei Monaten melde ich mich nun zurück! Viele haben sich gefragt, wo ich denn geblieben bin. In einigen Kommentaren wurde große Enttäuschung und Verwunderung deutlich. Dennoch hat die Zahl der Feed-Leser nicht abgenommen; auch wenn der Grund dafür meist sicherlich: “Ich bin zu faul den Feed zu löschen”, lautet.
Meine Lebenseinstellung hat sich in den letzten Monaten ziemlich verändert; ich erkenne nun die wirklich wichtigen Dinge im Leben, habe mir Ziele gesetzt und erkannt, dass es vor allem noch andere Dinge als das Internet gibt. Die Priorität des Blogs und meiner gesamten Internetaktivitäten ist deutlich abgesunken. Ich sehe das jedoch sehr positiv!
Ich kann also nicht sagen, ob ich ab nun wieder regelmäßig schreibe. Die Zeit wird es zeigen. Lasst euch überraschen!
(Sehr interessant ist, dass es mir nach kurzer Schreib-Auszeit bereits deutlich schwerer fällt, flüssige ansprechende Sätze, schnell und ohne Nachdenken zu formulieren.)
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